ROMA TERMINI

Man möchte schon mitsingen- Volare, Azzurro, O Sole Mio- aber dann werden vier Viertel  zu sieben und De Santis nimmt uns mit in die Harmonien des Jazz.

Was vor einigen Jahren begann, wird fortgesetzt, nämlich die Suche nach alten italienischen Melodien, die dann  modern interpretiert werden.

Das neue Roma Termini Projekt mit einer internationalen Besetzung:

Alessandro De Santis ts,ss ; Davide Roberts p ;  Markus Wagner b ; Christos Asonitis dr

 

 

 

Es hört sich gut an, wie Alex de Santis Roma Termini eine klassische Melodie in den Raum stellt, um sie einfallsreich zu umtanzen und sich von ihr zu entfernen – und ein bisschen abzuheben. Denn das musikalische Menü ist exquisit angerichtet. Als Zutaten nimmt der römische Saxophonist Gassenhauer, wie sie in den 50-er und 60-er Jahren jeder Italiener auf der Straße trällerte. Robuste und beliebte Lieder, die geradezu nach Improvisation rufen. Eine feine Kombination, die sich abseits ausgetretener Pfade bewegt. Dass das Quintett die eingängigen Klänge wieder über die Alpen holte und zum Swingen brachte, war dringend an der Zeit. Denn Jazz und Italien, das passt zusammen wie Spaghetti und Tomatensauce, wie Essig und Öl im gemischten Salat, wie Mozarella auf der Pizza. Fertig ist die mediterrane Jazz-Kreation

 

 

SZ CD-TIPP:Man Singt die Lieder unter der Dusche, trällert sie beim Spazierengehen und summt sie in vielen heiteren Lebenslagen. Nur in Club hört man sie selten.  Das mag daran liegen, dass Ohrwürmen wie “O Sole Mio” das Operetten-Stigma süßlicher Popular-klassik anhaftet. Der Saxofonist Alessandro De Santis jedenfalls fand dieses Urteil über große italienische Melodien veraltet und widmete sich mit seinem Jazz Quartett den Liedern seiner Landsleute Le Canzoni Italiane (Edition Collage EC 514-2) nimmt sich sieben Klassikern wie “Volare” an, verpasst ihnen ein Hardbop- oder Balladengewand und gibt sie mit viel Coltrane im Sinn und Blues im Gefühl wieder.

Ralf Dombrowski – Süddeutsche Zeitung 24 Feb. 2000”

 

Die Schlager und Schnulzen der 50er und 60er Jahre standen im Mittelpunkt des Auftritts des aus Rom stammenden Saxophonisten….    Populäre Stücke wie ”Volare”, ”O Sole Mio” oder Adriano Celentanos Gassenhauer ”Azzurro” entwickelten sich zu treibenden Improvisationen voller Dynamik, um am Ende wieder zu ihrem Ausgangspunkt  zurückzukehren….. -nichts anderes hatten schließlich De Santis historische Vorbilder gemacht, als sie sich die Hits der Broadway-revuen und Musicals vornahmen, der Ursprung der meisten heutigen Jazzstandards des Great American Songbook.”

Manfred Lossau-Jazz Podium Okt 99

 

Höchste Zeit, dass der Italiener Alessandro De Santis ein Programm mit italienischen Nummern zusammengestellt hat.  Die robusten und beliebten Lieder seiner Heimat lechzen geradezu nach Improvisation. Jazz und Italien, das passt zusammen wie Spaghetti und Tomatensauce, wie Essig und Öl im gemischten Salat, wie Mozarella auf der Pizza. Das musikalische Menü ist gut angerichtet: Das Quartett schwelgt ein wenig – aber nicht zu lang in den bekannten Melodien. Es gab Auftritte des Alex De Santis Quartett, da lockten die vertrauten Töne den italienischen Koch ins Lokal. Er sang ein paar Takte mit, verschwand wieder in der Küche und überließ den Jazzern das Feld. Das Quartett  weiß, wie man die Zutaten dosieren muss. Saxophon und Klavier kosten immer wieder die süßen südlichen Weisen aus, halten sich aber nie zu lange auf. Jazz darf nicht gemütlich werden. Mitsingen ja, aber nicht weinselig werden, bitte! Es hört sich gut an, wie Alex de Santis und seine wohlgelaunte Rhythmusgruppe eine klassische Melodie in den Raum stellen, um sie einfallsreich zu umtanzen und sich dann von ihr zu entfernen – und ein bisschen abzuheben: ”volare” heißt schließlich ”fliegen”. Es hört sich auch gut an, wenn die fünf  Musiker sich wieder beschwingt dem Ausgangsthema nähern und ironisch-harmonisch daran herumzupfen und zerren. Die Melodien vertragen das. Sie brauchen es.

Joseph von Westphalen